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Grüner Star (Glaukom)

Was ist ein Glaukom?

Als Glaukom oder Grüner Star wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, welche durch den Verlust von Gewebe des Sehnervenkopfes (Papille) definiert ist. Es werden verschiedene Formen dieser Erkrankung unterschieden, wobei auf dieser Seite nur auf die beiden häufigsten Formen eingegangen wird: Das chronische Offenwinkelglaukom und das Normaldruckglaukom. Diese beiden Formen der Erkrankung verursachen in der Regel keine Schmerzen, führen aber schleichend zu einem zunehmenden Schaden des Sehnerven.

Dieser Schaden wird zunächst vom Betroffenen nicht wahrgenommen. Erst wenn ca. 50 % der Fasern des Sehnervenkopfes untergegangen sind, entstehen wahrnehmbare Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Unbehandelt kann dieser Schaden zunehmen und letztendlich zur Erblindung führen.

Was hat der Augeninnendruck damit zu tun?

Zur Aufrechterhaltung von Funktion und äußerer Form des Auges ist ein bestimmter Druck im Augeninneren notwendig. Dieser wird maßgeblich durch Produktion und Abfluss des so genannten Kammerwassers gebildet. Normalerweise liegt der Augeninnendruck eines gesunden Auges zwischen 10 und 21 mmHg. Bei manchen Menschen kann schon bei normalem Augeninnendruck ein Schaden des Sehnervenkopfes auftreten; dies nennt man Normaldruckglaukom. Weit häufiger tritt ein Schaden des Sehnerven jedoch erst bei chronisch erhöhten Werten des Augeninnendruckes von 21 bis etwa 40 mmHg auf; dies ist bei einem chronischen Offenwinkelglaukom der Fall. Einige Menschen dagegen "tolerieren" erhöhte Werte des Augeninnendruckes auch ohne Schaden über Jahre, was dann als Okuläre Hypertension bezeichnet wird.

Damit ist der Augeninnendruck ein maßgeblicher Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms. Allein mit der Messung des Augeninnendruckes kann jedoch weder die Diagnose Glaukom gestellt werden, noch diese Erkrankung ausgeschlossen werden. Dafür sind weitere Untersuchungen notwendig.

Untersuchungen zur Glaukom - Früherkennung

Früher konnte ein Glaukom meist erst anhand der schon bestehenden Schäden diagnostiziert werden. Ziel ist heutzutage jedoch die Erkennung und Behandlung eines Glaukoms bevor ein wahrnehmbarer Schaden auftritt. Deswegen raten wir dazu, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung des Glaukoms durchführen zu lassen. Im Alter von 40 Jahren sind in Deutschland 0,9 % von dieser Erkrankung betroffen; im Alter von 70 Jahren sind dagegen schon 5 % betroffen.

Die normale augenärztliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung des Glaukoms umfasst eine Beurteilung des Sehnerven sowie eine Messung des Augeninnendruckes.

Als Vorsorgeuntersuchung ist dies allerdings gemäß Sozialgesetzbuch V keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Nur bei medizinisch begründetem Verdacht werden diese Untersuchungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen (z.B. bei diabetischer Netzhauterkrankung, Regebogenhautentzündung, lokaler oder systemischer Kortisonbehandlung etc.). Sollte sich bei der Vorsorge ein krankhafter oder zumindest verdächtiger Befund ergeben, werden alle weiteren Kosten wieder von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen. Private Krankenversicherungen dagegen erstatten auch diese Vorsorgeuntersuchung.

Präzisionsvermessung des Sehnerven (HRT II)

Die Vermessung des Sehnerven mit dem Heidelberg Retina Tomographen (HRT) stellt einen wesentlichen Fortschritt für Früherkennung und Verlaufsbeobachtung des Glaukoms dar.

Mit einem Laser wird der Bereich des Sehnerven abgetastet und dann aus dem reflektierten Licht eine dreidimensionale Darstellung errechnet (Bild A, siehe unten). Daraus wird ein farbcodiertes topographisches Bild erstellt (Bild B). Die so gewonnenen Daten der dreidimensionalen Form des Sehnervenkopfes können einerseits mit gesunden Datensätzen verglichen werden (Bild C), andererseits ergibt sich hier eine Möglichkeit der sehr exakten Dokumentation im zeitlichen Verlauf.

glaukom_01.jpg
Bild A
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Bild B
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Bild C

Veränderungen zeigen sich bei dieser Untersuchung deutlicher und früher, als mit den herkömmlichen Untersuchungsverfahren. Dadurch kann die Entwicklung des Glaukoms oft lange vor dem Auftreten spürbarer Beschwerden festgestellt und dann auch therapiert werden. Die Untersuchung mit dem HRT ist schmerzfrei, dauert etwa 2 Minuten und kann ohne Pupillenerweiterung durchgeführt werden.

Behandlung des Glaukoms

Für die oben erwähnten Glaukomformen erweist sich in den allermeisten Fällen eine Therapie mit Augentropfen als ausreichend. Nur sehr selten muss mit einer Operation ein neuer Abfluss für das Kammerwasser des Auges geschaffen werden oder mit einem Laser das Gewebe verödet werden, welches das Kammerwasser produziert. Wichtig ist vor allem der rechtzeitige Beginn der Behandlung und die regelmäßige Anwendung der entsprechenden Augentropfen. Damit kann der Untergang von Nervenfasern des Sehnervenkopfes vermieden werden. Einmal aufgetretene Schäden des Sehnerven lassen sich nicht wieder beheben.

Ziel der Behandlung 

Augentropfen oder Operation verbessern nicht das Sehvermögen, sondern verhüten nur eine Zunahme des Schadens.

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